Während des Freischarenwinters 1844/45 unterstützen zahlreiche Luzernerinnen die inhaftierten Freischarenmänner. Die Presse verhöhnt sie als «Vitriolweiber» oder «Pfefferfrauen», doch die Luzerner Frauen wirken mit ihren Aktionen direkt in die Politik des Kantons Luzern und der Schweiz hinein. Ihre Geschichte kommt demnächst in der Peterskapelle Luzern und im Culinarium Stans als Jodelkonzert zur Aufführung.
Ganztägige Intensivprobe am letzten Augustsonntag: die Luzerner Sängerin und Chorleiterin Simone Felber arbeitet mit den 50 Jodlerinnen des «Echo vom Eierstock» an den Liedern der Chorsuite des Kantons Luzern, verfeinert den Klang einer Passage hier, klärt eine Tonfolge dort.
Als Simone Felber vom Projekt der «Luzerner Pfefferfrauen» hörte, war sie sofort bereit, die neue musikalische Herausforderung anzunehmen: «Der Chor kann sich damit weiterentwickeln. Das Engagement der Luzernerinnen um 1844/45 zeigt uns, dass die Geschichte, auf die wir bauen, oft auslässt, in welcher Weise die Frauen beteiligt waren und eingegriffen haben. Mehr als wir heute vielleicht meinen.» Musikalisch ist die Interpretation einer durchgängigen Geschichte viel Arbeit: «Bisher haben wir meistens arrangierte Männerchorsätze gesungen», führt Simone Felber aus, «die Melodien der Chorsuite gehen auch in die Höhe, es gibt wenig Wiederholungen und man muss sich vieles merken. Doch wir können damit eine andere Seite unserer Arbeit zeigen. Der Chor bleibt flexibel. Wir verweben feministische Themen mit Jodel. Das ist auch bei dieser Chorsuite des Kantons Luzern der Fall - auch wenn nicht alles so ist, wie gewohnt: Wir freuen uns, wenn unser Publikum mit uns neugierig bleibt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es herauskommt.»
Das «Echo vom Eierstock» und die «Luzerner Pfefferfrauen 1844/1845» sind schon sehr bald zu erleben. Schön, wenn Sie uns besuchen.
Vorverkauf: eventfrog.ch
«Die Luzerner Pfefferfrauen 1844/1845», ist Teil einer Reihe von Konzerten zur Geschichte der Schweizerinnen im 19. Jahrhundert.