Mit der Unterstützung des jungen Priesters Cesare Trefogli erkämpfen sich die Frauen von Isone die Erlaubnis, in der Kirche zu singen. Ein Ereignis, das nicht nur in der Gemeinde Isone, sondern auch bei der Regierung des Kantons Tessin und beim Bischof von Como für großes Aufsehen sorgt.
Am Sonntag, dem 15. März, treffen sich die Mitglieder der Chöre Callìope aus Ascona und DesDes aus Faido zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Probe. Nach einer kurzen Aufwärmungsrunde stimmen sie das Sanctus an, eines der ersten Stücke aus dem Libretto „Le donne di Isone 1820“. Die Stimmen mischen sich, das Sanctus des Komponisten Jean-François Michel bewegt. Ob die Frauen von Isone damals auch ein Sanctus zum Himmel schickten als Dank für die Möglichkeit in der Kirche endlich singen zu dürfen? Und wer waren diese Frauen eigentlich? Die Historikerin Miriam Nicoli schreibt: „Es waren wahrscheinlich Frauen aus allen sozialen Schichten und Frauen jeden Alters: Bäuerinnen, Angehörige von Handwerkerfamilien und aus Familien in freien Berufen.“ Von ihnen ist uns kein Bild überliefert.
Vom jungen Priester Don Cesare Trefogli aus Torricella, der sie dazu einlud, ihre Stimmen erklingen zu lassen, hingegen haben wir ein Porträt. Don Cesare wuchs mit neun Geschwistern in Torricella auf. Sein Elternhaus war damals viel kleiner als heute und hatte noch keinen Turm. Don Cesare liebte die Musik, erzählt unsere gut informierte Quelle, Curzio Curti. Michele Trefogli, ein Nachkomme der Familie, bestätigt zudem, dass im Hause der Trefogli der liberale Geist tief verwurzelt war und dass genau dieser Geist Don Cesare nach Isone begleitete. Zum ersten Mal verlässt nun das Gemälde die Räumlichkeiten der Familie Trefogli, um der Öffentlichkeit präsentiert zu werden: am 16. April in der Chiesa San Lorenzo in Isone und am 17. April in der Chiesa San Biagio in Bellinzona.
Aufführungen von „Le donne di Isone 1820“ zusammen mit anderen Stücken:
Freier Eintritt